Der neue Film des genialen Malers und Filmregisseurs Julian Schnabel ist das Porträt eines kreativen Mannes, Jean-Do Bauby (Chefredakteur der französischen Elle, 43) der auf der Höhe seines beruflichen Erfolges und ausschweifenden Lebens durch einen Schlaganfall regelrecht zu Grunde geht. Er ist am ganzen Körper gelähmt, liegt in der Klinik. Was funktioniert ist sein linkes Augenlid (einmal Zwinkern Ja, zweimal Zwinkern Nein) und sein Gehirn, es funktionieren seine Fantasie und seine Erinnerungen. Er fühlt sich gefangen wie unter einer Taucherglocke - nur seine Gedanken bewegen sich wie Schmetterlinge, tragen ihn weg aus dem Klinikalltag mit wenig einfühlsamen Ärzten und weg von der Verzweiflung. Dank der Hilfe einer ehrgeizigen Logopädin lernt er mit dem Augenlid zu kommunizieren, schreibt mit einem “geblinzelten Alphabet” seine Memorien. Wir Zuschauer erleben dies aus der bildlichen Perspektive von Jean-Do, hören dabei seinen Herzschlag, seinen Atem, seine innere Stimme, die teilweise eingeschränkten und verschwommenen Bilder, die sein Auge wahrnimmt, spüren seine Angst. Ein Film, der für das Leben spricht, still und feinfühlig. Anders als die wuchtigen postmodernen Gemälde Schnabels und doch so intensiv. Mein Tipp: Ansehen und Zeit einplanen, ist immer ausverkauft (PKO). Ulrike Lerchl




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